
ArArbeiten von Goedart Palm bei zyn! - dem Einzigen Satiremagazin im Netz (permanently updated!)
Konsumania
Angeblich erfährt der Mensch in der letzten Minute seine Existenz als filmische Kurzfassung. Ob man sich so angemessen zur letzten Ruhe bettet, erscheint mehr als zweifelhaft. Nihil nisi bene de mortuis, aber für einige wird das eher ein böses Erwachen werden, wenn es zu spät ist. Wieder andere kämen mit zehn Sekunden für den total recall ihrer Lebenszeit bequem aus. Zum Beispiel Finanzbeamte. Der Film wird jedenfalls kurz vor Sendeschluss zurückgespult, Jahrzehnte werden zusammengeschnitten zum letzten Videoclip nach Viva und MTV, die Bilanz unseres Erdenwallens für das jüngste Gericht: Geburt, Kindheit, Jugend, Schule, Prüfungen, Arbeit, Beruf, Heirat, Kinder, Eigenheim, Rente (vielleicht eher nicht).
Der Mythos der Kennedys
Die Kennedys machen es Kritikern schwer.
Bevor sie schäbige Kritik treffen könnte, sind sie schon tot. Also gilt: Nihil nisi bene
de JFK Junior. Für Nichtlateiner: Über tote Kennedys soll man nicht schlechter reden als
über andere Unfallopfer auch. Also müssen wir schweigen, obwohl es schwer fällt, weil
die Kennedys auf´s Großartigste den amerikanischen Traum mortifizieren, der nicht nur in
ihrer Geschichte mysteriöser Unfälle immer wieder in das Trauma des blindwütigen
Schicksals umkippte. Mysteriös?
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Billy the kid lebt!
Warum mir zu LITTLETON, Colorado, den 20. April im Jahre des Herrn 1999 nichts mehr einfällt
Während Jugoslawien und das Kosovo lichterloh brennen, findet eines der gruftig-schuftigsten Schul-Massaker der US-Geschichte anlässlich (?) des "Führer-Geburtstags" in Littleton, Colorado statt. Wo ist da die Satire? Frag´ ich mich auch. Schul-Massaker haben in Amerika nicht nur eine cineastische, sondern auch eine reiche Realtradition - dieses hier ist allerdings der unsatirischste "High Noon", den Uncle Sam je in seiner Geschichte der dauerrauchenden Colts erlebt hat. Da ist die "Westside-Story" der reinste Kindergeburtstag dagegen.