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Was Sie schon immer über Klassik wissen wollten,

aber nie zu fragen wagten....

 Wem der große Wurf gelungen

 „Ludwig van“ trifft „Friedrich von“

 Eine fiktive Begegnung

Am 24. September 2005, 19.30 h in der Halle Beuel    

1805:

Wenige Tage vor seinem Tod trifft Friedrich Schiller, der fieberhaft an seinem letzten Drama über den falschen Kaiser „Demetrius“ arbeitet, auf den jungen Beethoven. Der hat gerade die Widmung an Napoleon aus seiner „Eroica“ herausgekratzt....

 

1827:

„O Ihr Menschen, die ihr mich für feindselig, störrisch oder misanthropisch haltet ...“ - Beethoven blickt kurz vor seinem Lebensende auf die Veränderungen der musikalischen Welt und fühlt sich ausgeschlossen. Da trifft er auf ein Gespenst: Schiller, dessen Jugendgedicht er in seine letzte Sinfonie eingebaut hat, ist gerade auf dem Weg vom Massengrab in die Fürstengruft. Braucht die Musik seit der 9. Sinfonie die Sprache? Oder wird in der Romantik die Sprache selbst zur Musik? Wie überlebt man als „Klassiker“ den Tod?  ...

2005:

Ludwig und Friedrich treffen sich an den Gräbern ihrer nächsten Verwandten: in Bonn auf dem alten Friedhof. Zwei „Untote“ unterhalten sich über Aufstieg und Abstieg der „Klassik“. Richard Wagner und ein deutscher „Großkritiker“ begleiten sie auf dem Weg durch die zwei Jahrhunderte. 

 

Ohne sich je persönlich kennen gelernt zu haben, haben sie gemeinsam ein „Weltkulturerbe“ erschaffen. Zwei Klassiker haben sich zu einem bis heute verstörenden Opus Magnum vereint; im wirklichen Leben – obwohl Zeitgenossen – sind sie sich aber nie begegnet.

Als Schiller vor 200 Jahren mit 45 Jahren starb, war der 11 Jahre jüngere Beethoven noch auf dem steinigen Weg zum „Klassiker“. Wie Schiller hatte er mit der Zensur zu kämpfen. Aber anders als Schiller mochte er sich als Mensch nie in die Gesellschaft einfügen, und rebellierte bis zu seinem letzten Werk gegen die Hörgewohnheiten des Publikums.  

Schillers Text und Beethovens Musik verbinden sich im Finale der Neunten Sinfonie zu einem kongenialen, wenn auch bis heute bizarren, schrillen und fragwürdigen Meisterwerk, das zugleich als „Song of Joy“ und „Europahymne“ populistische Qualitäten hat.

Beide definieren ihre jeweilige Rolle als Künstler in der Gesellschaft radikal neu; sie verstehen sich als politisch-moralische Erzieher des Menschen durch Kunst, entwickeln ein neues Selbstbewusstsein als Künstler in der bürgerlichen Gesellschaft und fordern ihr Publikum auf, durch Kunst ihre Kräfte zu sammeln, um die Welt und sich selbst gegen alle Widerstände weiterzuentwickeln. Was können sie uns heute noch sagen? Was hätten diese beiden – wären sie sich je begegnet – mit einander besprochen? Was verband sie in ihrer Zeit und nach ihrer Zeit? Wie hätten sie gegenseitig ihre Künste bewertet? Und vor allem: was hätten sie zu ihrer Rezeption im 19. und im 20. Jahrhundert, und schließlich zu ihrer Stellung im heutigen Kulturbetrieb gesagt?  Während sich „Ludwig van“ und „Friedrich von“ unterhalten, scheinen ihre Werke in Ausschnitten auf, musiziert und gespielt von Bonner Schülern.

 

Worum geht es dabei:

Kann man Tote zum Leben erwecken? Oder leben sie vielleicht doch noch?

Und was lebt von Ihnen?

Im Jahr 2005 erinnert sich die Welt an Friedrich Schillers 200. Todestag. Dass er oft in einem Atemzug mit Beethoven genannt wird, liegt an der 9. Sinfonie, der Vertonung der Ode an die Freude - vielleicht dem bedeutendsten, zumindest einem der berühmtesten Meisterwerke deutscher Klassik. Warum eigentlich? Und wer hat je nach der sonstigen Beziehung der beiden Zeitgenossen gefragt, die so viele Ideale und Ideen verband? Niemand bisher so recht!  Trotz aller inneren Nähe sind sich die Zeitgenossen nie begegnet. Beethoven hat trotz größter Verehrung für Schillers Werk und verzweifelter Suche nach geeigneten Opernstoffen kaum eine weitere Schiller-Zeile vertont. Und was Schiller vom berühmtesten Komponisten seiner Zeit wahrnahm, ist bisher unerforscht, allerdings hatte er große Hoffnungen für die zukünftige Bedeutung der Gattung Oper. 

Was hätte er zu Beethovens einziger Oper gesagt, die in Schillers Todesjahr von der Zensur erst einmal verboten wurde? Wie hätte eine Begegnung der beiden ausgesehen? Was hätten die beiden Genies miteinander verhandelt? Welche Ideen, welche Werke verbinden sie? Und überhaupt: ist das Ganze noch aktuell? Was interessiert uns heute an Beethoven und Schiller? Wenn wir noch Zugang zu ihren Ideen haben - finden wir sie auch über ihre Gefühlswelten? Warum ist Pathos so unzeitgemäß geworden? Was drückt es aus?  Was würden Schiller und Beethoven heute dem Bundeskanzler sagen, einem Flutopfer oder einem Selbstmordattentäter?  Oder raunen sich vielleicht zwei alte Damen, die nebeneinander in Bonn auf dem Alten Friedhof liegen, Anekdoten über ihre bedeutenden Angehörigen zu: Mutter van Beethoven und Ehefrau von Schiller?  Dies sind nur einige der vielen möglichen Fragen und Perspektiven einer fiktiven Begegnung zwischen den beiden Genies.  

 

   Wie funktioniert die Umsetzung:

Mit Hilfe von Ausschnitten aus Schillers Werken, sonstigen Ideen und Zitaten aus ihren schriftlichen Äußerungen sowie Musikbeispielen von Beethoven (u.a.), aber auch durch visuelle Veranschaulichungen (Videos und/oder digitale Animation etc.) sollen der „Geist der Klassik“, der die beiden verband, aber auch die gemeinsamen Spuren vor Ort in Bonn erforscht werden. Das Ergebnis wird ein Musik/Theater-Projekt in der Halle Beuel werden, in dem die Begegnung von Schiller und Beethoven Gestalt gewinnt, zur Wirklichkeit wird, wobei ihre Gespräche (möglicherweise aus Zitaten zusammengestellt) nur den Rahmen bieten sollen, um Werke und Ideen selbst sprechen zu lassen.

Ziel ist es, auch einen kleinen Überblick über Beethovens und Schillers zentrale Werkideen zu geben und diese auf ihre heutige Aktualität zu befragen. Beispiele und mögliche Ansätze hierfür sowie Hilfe bei den Recherchen sind bei den Projektpartnern abrufbar.  

Was ist die Herausforderung an Schüler und Schulen:

Die Herausforderung für Schüler wird darin liegen, geeignete Ausschnitte und Beispiele zu finden, herauszustellen und vorzuspielen. Gefragt sind vor allem die Theater-AGs, aber auch engagierte Deutsch- und Musikkurse, Schul-Chöre und Musizierende, gerne auch Philosophie (Schillers Ästhetik) und ev. Geschichtskurse (Schillers historische Schriften).

Da jede Schule nur wenige, kürzere Bausteine beisteuern sollte, ist der Vorbereitungs­aufwand für die einzelne Gruppe überschaubar. Idee ist bisher, nach Sichtung und Auswahl der von den Schülern vorgeschlagenen Module einen Dialog Schiller-Beethoven zu erarbeiten, in dem die Werkbeispiele eingeblendet werden. Die Projektpartner (Theater-Profis, Drama­turgie, Musikwissenschaftler) stehen dabei mit Rat und Tat zur Seite. Die Zusammensetzung der vorgeschlagenen Bausteine wird von den Beteiligten gemeinsam festgelegt. Die Kooperation verschiedener Schulen und Schulformen in der Region in und um Bonn könnte ein Anstoß für zukünftige gemeinsame Projekte sein.

 

Präsentation/Timing:

Bisher sind für das Schiller-Beethoven-Projekt zwei Aufführungen am 24. September 2005 in der Halle Beuel vorgesehen: eine Vormittagsvorstellung für Schulen sowie eine Nachmittags- oder Abendvorstellung. Die Generalprobe findet am 23. September in der Halle Beuel statt. Weitere Probentermine in geeigneten Proberäumen des Schauspiels werden noch angesetzt. Eine weitere Aufführung im Rahmen des Bonner Schulkultur-Festivals (27.11.-4.12.05) und weitere Schulaufführungen sind bei Erfolg und Interesse möglich. Inhalt, Ablauf und Beteiligte müssen bis zu den Sommerferien feststehen und die Proben aufgenommen haben. Da der Koordinierungsaufwand hoch ist, bitten wir um Rückmeldung nach Möglichkeit noch vor den Osterferien!  

Dr. Solveig Palm, Tel. 0228-9250209, email: solveigpal@aol.com

Projektprofi für Dramaturgie und Bühnenumsetzung: Nikolaus Büchel, Theater Bonn, Tel. 0228-778135 

Für Projektrecherchen: Beethovenhaus Bonn, Frau Martella Guttierez-Denhoff, Tel: 0228-9817515

 

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